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50 Johr Dorffasnacht

Am Narrenbott vom 5. Mai 1995 feierte die Dorffasnacht Biberist im katholischen Pfarreizentrum Biberist ihr 5o Jahr Jubiläum. Werner Jäggi, Ehren-Obernarr, durfte zur Eröffnung des Bottes einen Rückblick in Worten auf die 50-jährige Geschichte der Dorffasnacht Biberist abhalten. Nachstehend der Originaltext in ungekürzter Form.

Gschetzti Biberister Fasnächtlerinne und Fasnächtler,

Mir sy die luschtige Wöscher-Wyber
und a der Fasnacht gärn chly liber.
Drum runde mir hütt ganz ellei
und löh die Manne halt dehei!

Mir wäschen alles, Ma und Ching
wenn’s sy muess, au ne Choldergring!
Ihr liebe Lüt, näht’s mit Humor
mir singen Euch jetz öppis vor.

Jetz’ heit dr Schiss übercho! Aber kei Angscht, y vo nit afo singe. Das isch vüu meh dr Yleitigsvärs gsy vo dr Schnitzubankgruppe „Wöschwyber“ us em Johr 1946!

Mir isch die dankbari Pflicht übertreit worde, Euch us dr Gschicht vo dr Dorffasnacht Biberist z’verzöue. - Es isch nid nume e muffigi Aglägeheit gsy, nei es hett ou freudige Überraschige gäh. So hani am letschte Zieschtig-Obe wieder einisch e Ordner us de Vierzger-Johre umtreit und grad flatteret mir e Briefmarke uf e Bode und bliebt verchert ligge.

S’Härz hett wüud afo chlopfe, das hett mir no gfäuht,
Vor luuter Freud hett’s mer grad hingere-gschträut!
Oha-lätz, die isch sicher no vo de Bagge-Mugge,
es Basler-Tiebli und ha’mi buggt mit mim Rugge.

Dr Ischiasnärv zwickt mir grad eis y Scheiche,
Derby hätt y scho lang söue goh seiche!
Y chnüble die Marge schmärzverzerrt vom Bode,
Und schtoh ganz verchrampft y mine Hose.

Dräie ganz langsam die Marge um y dr Hang,
S’hett mer fasch gnoh, dr Räschte vom Verschtang!
Hett das müsse sy? - Ha gmacht e teufe Süüfzg,
Das aues wäge’re blöde Sächzger-Marge vo Föifenünzg!

Jetz’ aber wieder zu ärnschtere Sache. Euch aune isch’s jo ou bekannt, d’Medie hei y de letschte Täg immer wieder dervo brichtet: Vor ziemlich gnau 50 Joohr isch dr zwöit Wäutchrieg z’Änd gange. D’Schwiiz isch gottseidank vom Schlimmschte verschont blybe. Aber trotz grosser Not hett sich in Biberist e Fasnachtsvirus afo usbreite. Dä Virus loht sich bis is Johr 1945 loh zruggverfolge.

Nach fasch ere Wuche y aute Fasnachtsakte umblettere hani letschte Samschtig für myni Begriff e sensationelli Entdeckig gmacht. Aui Froge wo sich y de Tääg vorhär, aber ou scho während miere Amtszyt als Ober, by mir agsammlet hei, sy uf ei Schlag wäg gwüscht gsy! E magere, abgwetzte, späckige Ordner, wo mit 1957 / 1959 agschriebe isch und vorab Schriebe us de 70-er Johr drinne sy und y mindeschtens scho zwöi Mou i de Finger ha gha, hett uf eimol my vermufflet und verschtoubte Gsichtsusdruck erheiteret.

Dank emene pflichtbewusste Schryber vo damals loht sich no füfzg Johr schpöter d’Entschtehig vo dr Dorffasnacht Biberist ziemlich gnau lo nachvollzieh. Uf acht A4-Siete isch churz und prägnant ufgschriebe, was im erschte Johr vo dr Biberischter Dorffasnacht passiert isch.

S’Ganze isch überschriebe mit em Titu: Einführung einer DORFFASNACHT in BIBERIST . Yg möchts Euch nit vorenthaute und liese es paar Ziele drus vor: Mitte Oktober 1945 (do ha ig bereits scho es paar Taag y d’Wingle gschisse, s’hett damals übrigens no keini Pampers gä, wo aues ufzoge hei!), Also: Mitte Oktober 1945 kam Begert Willi bei einem Gespräch mit Walter Jud und dem Unterzeichneten Jos. Amoser im Restaurant Emmenbrücke (Jud Walter) auf die Fasnacht zu sprechen. Er war der Meinung, auch in Biberist könnte eine Dorffasnacht mit Umzug durchgeführt werden, damit nicht alle närrischen Leute nach Solothurn pilgern müssten. Jud Walter und ich stimmten ihm in allen Teilen zu. Wir kamen zum Vorschlag, dass zuerst sämtliche Wirte zu einer Besprechung eingeladen werden sollen, um diesen Vorschlag zu prüfen.

Ungerschribe isch das Ganze worde: Der Berichterstatter: Josef Amoser, (das isch dr Grossvater vo üsem Ehre-Narr, Jürg Amoser, wo zäme mit em Müller Otti am Hilari immer d’Kasse macht). Em Amoser Josef sel. gebührt dr Dank vo üs aune, dass d’Nachwäut so gnau cha erfahre, wie üse Verein, d’Dorffasnacht Biberist entschtange isch.

Die erwähnti Wirteversammlig hett denn bereits am 18. Oktober 1945, 16.00 Uhr im Rest. Eintracht stattgfunge. Denn hett bereits sächs Tag schpöter, auso am 24. Oktober 1945 e sogenannti AKTIONSKOMITEE-Sitzig schtattgfunge. Was my aber sehr wichtig dunkt, isch folgendi Sitzig: Versammlung des Fasnachtskomitee mit der interessierten Bevölkerung am 25. Januar 1946 abends 8 Uhr. Dass die grosse Zahl Teilnehmer mit den Initianten einig gehen, beweist der grosse Aufmarsch seitens der Bevölkerung. Nach eingehender Aufklärung seitens des von der Wirtegilde gewählten Obernarr Willi Begert setzte eine gewaltige Diskussion ein. Diese sprach sich mit Begeisterung für eine Dorffasnacht aus. Als Obernarr wurde Willi Begert bestätigt. Ebenfalls als Aktuar Jos. Amoser und als Kassier Jud Walter. Ferner sollen dem Komitee noch angehören: Koller Hermann, Frau Anderegg-Huggenberger, Thierstein Ernst, Heri Otto - Konsumverwalter, Dick Walter, Büetiger Paul sen., Suri Robert und Wyler Walter.

Es wurde auch beschlossen, wenn möglich einen närrischen Umzug zu organisieren. Auch wurde die Anregung gemacht, dass die Vereine mit kostümierten Gruppen aufwarten und zwar am schmutzigen Donnerstag und -Dienstag abend, sowie am Umzug am Sonntag nachmittag. Dieser Umzug soll mindestens 5 Wagen aufweisen. Ferner sollen die Vereine, die Maskenbälle veranstalten zu einem Beitrag angehalten werden. Es wurde auch bekannt gegeben, dass die Wirtengilde beschlossen hat je Fr. 20.-- und die Saalbesitzer Begert und Kyburz je Fr. 50.-- entrichten werden. Da nur noch kurze Zeit zur Verfügung steht, soll nichts mehr versäumt werden. Die Zusammenkunft des Narrenkomitee soll auf den 1. Feb. einberufen werden. Mit einem markanten Schlusswort seitens des Vorsitzenden Begert löste sich die imposante Versammlung um 23.00 Uhr auf. Und nun an die Arbeit. Der Aktuar: Jos. Amoser

Us däm Protokoll isch eidütig ersichtlich, wär as d’Dorffasnacht Biberist gründet hett. Die meischte sy leider verschtorbe. Mir Fasnächtlerinne und Fasnächtler wärde se aber nid vergässe und mir wärde üsi Gründer immer imm’ne ehrende Adänke bewahre.

Die damalige Initiante hei de praktisch au Wuche einisch e Sitzig gha. Im Verlouf vo dene Sitzige isch no bschlosse worde, dass me e Chesslete yfüert: Start um 04.00 Uhr. My hett bschlosse, Plagette z’verchoufe wo im Vorverchouf Fr. -.50 per Stück söu choschte.

Interessant isch ou d’Fasnacht-Komitee - Sitzig vom 14. Feb. 1946, 16.00 Uhr in der Emmenbrücke: Zitat: Für die Kessleten sind drei Routen vorgesehen:
1. Route mit Führer Jud Walter ---> Papierfabrik, Grütt, Hauptstrasse bis St.Urs.
2. Route mit Führer Büetiger Paul ---> Neuquartier, Unterbiberist, Aespli, Solothurnstrasse bis St.Urs.
3. Route mit Führer Begert Willi ---> Emmenbrücke, Schachen, Oberbiberist bis St.Urs

Der Umzug soll unter der Leitung von Suri Robert seinen Sammelplatz auf der Gerlafingerstrasse aufnehmen (heute alte Gerlafingenstr.). Spitze Rest. Emmenhof (heute Sherwood Pub). Route des Umzuges:
Emmenhof, Hotel Bahnhof, Emmenbrücke, Hauptstrasse bis Renfer Baugeschäft (heute Restaurant Biber), Grüngenstrasse, Unterbiberist bis Kaiser Adolf, retour Rainstrasse (heute Poststrasse), Hauptstrasse, Säge (heute Rest. Emmenpark), Schachen, Oberbiberist bis St.Urs.

Wyter isch us däm Protokou z’entnäh, dass dr Umzug 10 Sujet gross isch gsy! Zitat aus: Fasnacht - UMZUG den 2. März 1946. Unter der Leitung des Narrenkomitee-Mitgliedes Suri Rob. sammelte sich der grosse Wagenpark für den Fasnachtumzug an der Gerlafingerstrasse, Spitze Emmenhof. Viel Publikum sammelte sich an den Strassenrändern und öffentlichen Plätzen, um zu sehen, was da kommen mag. Die Wagen waren alle urkomisch und närrisch zusammengezimmert und bemalt worden. Was im Publikum eine grosse Heiterkeit hervorrief.

Kurz nach 02.00 Uhr gab der Leiter Suri, der selber als Bajazzo verkleidet war und hoch zu Ross voranritt das Zeichen zum Start des imposanten Umzuges. Vor der Musikgesellschaft ritten noch etliche hoch zu Ross dem Zuge voran. Alles staunte ob den gelungenen Ideen, die die Gruppen hervorbrachten. Die Plaketten wurden noch ziemlich gekauft. Der ganze Umzug verlief programmässig und ohne Zwischenfälle. Es war schön gewesen. Das Publikum war äusserst zufrieden mit dem was sie sahen und hörten. Aus ihrer Dankbarkeit konnten wir schliessen, dass wir mit der Fasnacht zufrieden sein können und die Vorbereitung treffen für 1947. Der Aktuar: Jos. Amoser.

Die Fasnächtler vo damals hei a ihrne Sitzige ou es Budget ufgschtöut, wo Fr. 435.-- Usgabe vorgseh het. A dr Schlussitzig vom 21. Mai 1946 abends 8 Uhr im St.Urs hett denn de d’Schlussabrächnig auerdings e so usgseh, dass Fr. 1448.10 üsgäh worde sy, aber derfür Fr. 1555.25 ygnoh worde sy. Das hett e Ueberschuss vo Fr. 107.15 gäh! Zitat: Es wurde beschlossen Fr. 100.-- in ein Sparkassabüchlein anzulegen bei der Konsumgenossenschaft. Den Rest von Fr. 7.15 für Konsumation zu verwenden. Das ist doch gewiss bescheiden, wenn man die grosse Aufopferung und die grossen Auslagen jedes einzelnen Teilnehmers in Betracht zieht.

A dr Gruppezirkulation vom Donnschtig 28. Feb. 1946 und Zieschtig, 4. März 1946 hei acht Schnitzubankgruppe mitgwürkt. Eine vo dene hett z.B. "Dorfpolitik" (Mitglieder: Gerber und Dick) gheisse, wo schpöter ou dr Müller Otti derzue ghört hett!

Dir heit’s gmerkt, ig ha für d’Geburts-Schtung vo dr Dorffasnacht Biberist vüu Ziet ufgwändet. Es het my wichtig dunkt, denn die meischte vo üs hei jo sicher kei Ahnig gha, wie das vor 50 Joohr usgseh hett, mit Fasnacht mache in Biberist.

Wie mer ghört hei, hett’s bereits im erschte Joohr e Fasnachtsumzug gäh, auso 1946, ganz genau am 2. März 1946! Foti vo de erschte Umzüg (1948 - 1955) sy do im Lokal ufgmacht. Tüet se bitte nit betatschen, do derzue git’s angeri Möglichkeite.

Vo 1946 a isch denn praktisch jedes Johr am Fasnachts-Sunntig e Umzug duregfüehrt worde. Öppe drüü Mol isch er aber abgseit worde. Einisch dervo isch es 1956 gsy. Do isch uf emene Plakätli z’läse:
Infolge der kalten Witterung am Sonntagnachmittag kein Umzug. Dafür Gruppen-Zirkulation in sämtlichen Wirtschaften. - Dir gseht, damals sy d’Wätterprognose no zueverlässiger gsy aus hütt und me hett chönne zum vorus plane! - Übrigens isch ou 1968 kei Umzug gsy.
Natürlich isch scho damals dr Umzug d’Glägeheit gsy, d’Fasnachtsplagette z’verchoufe. D’Biberister Dorffasnacht hett d’Fasnachtsplagette scho im erschte Johr, auso ar erschte Fasnacht 1946 ygfüehrt. D’Plagette isch damals auerdings no us Karton gsy. Erscht schpöter isch sy de us Metall, ganz gnau us Messing gschtanzt worde. Es hett denn ou verschiede Plagette gäh, wo sich durch farbigi Bändeli ungerscheidet hei. Im Gasthof St.Urs hanget übrigens die kompletti Sammlig! - Im Johr 1966 isch denn die erschti prägti Plagette verchouft worde. Es isch damals aus Sujet dr Schnägg uf der erschte Wäutruumrakete gsy. My hett übrigens y au dene Johr druf gluegt, dass aus Plagettesujet grad es aktuells Thema hett chönne gnoh wärde.

Y de Johr 1966, 1967 und 1968 hett me d’Plagette in Bronze, Silber und Gold lo afertige. Nächhär hett mes reduziert uf Silber- und Goldplagette. - Do derzue no e chlieni Anekdote: Für’s Johr 1987 hett me es Sujet gwählt, wo em damalige Vorstand über Nacht grossi Sorge gmacht hett. S’Motto muess jo bereits im Johr vorhär feschtgleit sy, damit rächtzytig chöi d’Plagette bschtöut wärde. My hett denn im Septämber ‘86 gfunge, s’Motto chönn "BIBER-OBYL" luute, abgleitet us em Atomreaktor Unfall in Tschernobyl im April 1986. Das Motto isch mit grosser Begeischterig agnoh worde und d’Plagette bschtöut worde. Am 11. Nov. isch s’Motto yr Solothurner-Zytig erschiene. Praktisch gliechzytig isch dr schwär Chemie-Unfall vo de Sandoz in Basel gsy, wo dr Rhein vergiftet hett. - Jetz sy die böse Briefe, Gmeindratssitzige und Telefonat los gange. Ynere Krise-Vorstandssitzig am Sunntig nach em 11. Nov. hett me das Motto abblose, dr damalig Plagettechef, dr Kohler Roli, isch am Mäntig zäme mit em Lotti uf Luzärn gfahre und hett s’neue Motto veranlasst y dr Gravura, "Es chräbelet". - Ig erloube mir, s’damalige Sujet "BIBER-OBYL" s’erscht Mou Euch Fasnächtler vor d’Ouge z’füehre! Dir cheuts de nachhär, wie übrigens no es paar auti Akte nach em offizielle Narrebott doh im Vorrüümli aluege.

Jetz’ aber wieder zrugg y d’Afäng vo dr Dorffasnacht. Initiativ, wie üsi Gründer sy gsy, hei sie bereits 1948 d’Fasnachtszytig "Dr Aemmeschnägg" usebrocht. Är hett denn no so usgseh (Zeitung zeigen). Är hett damals 80 Rappe koschtet. S’Johr druuf, im 1949 hett d’Zytig bereits sys Outfit gänderet (1949 zeigen), Drüü Johr schpöter wieder (1952 zeigen). Im 1962 hett dr Ämmeschnägg e so usgseh (1962 zeigen) und 1969 hett denn die hüttigi Grössi agnoh und Zytig gseht hüt öppe no glych us. E bekannte Värslibrünzler für e Aemmeschnägg isch syt Johrzähnte dr Willi Wälchli. Erwähnenswärt isch ou, dass "Dr Aemmeschnägg" syt drüü Johr druckfertig a d’Ämmeschnägg-Druckerei Büetiger abgliefert wird. S’Bohren Monika übernimmt die kompletti grafischi Gschtautig und aues was derzue ghört um em Büetiger chönne die fixfertige Filme abzliefere!

Dr Verchouf vo dr Fasnachtszytig hett scho früecher syni Tücke gha. My hett nid eifach chönne cho und säge, so jetz’ verchoufe mir üsi Fasnachtszytig. Drum hett de im Johr 1951 dr verantwortlich Chef-Aemmeschnägg-Verchöufer vo damals, dr Büetiger Paul müesse es Hausiererpatent löse, um „Dr Aemmeschnägg“ chönne z’verchoufe; Zitat aus Patent: KANTON SOLOTHURN Taxe Fr. 5.--, Generelles Hausier-Patent für Büetiger Paul in Biberist für die Zeit vom Fasnacht 1951 im Kanton Solothurn gemäss §1, Ziff.1b des Hausiergesetzes zum Kolportieren mit der Fasnacht-Zeitung: "Aemmeschnägg". - Jugendliche unter 18 Jahren dürfen das Kolportieren mit der Fasnachtzeitung nicht ausüben. - Solothurn, den 27. Januar 1951 - per Polizeikommando: Ackermann, Pol.

Üsi gueti auti Fasnachtszytig hett mängem Bürger d’Sünde usbrocht. Das hett aber ou zu Schwierigkeite gfüehrt, wenn eine s’Gfüehl hett gha, är syg y siere Ehr verletzt worde. Bereits 1952 hett dr Aemmeschnägg e Anwalt brucht. Das isch dr Dr.jur. Hans Bracher gsy. Ynere Vergliechsverhandlig hett me chönne e Striet mit emene Herr Arnold Vögtli vo Gerlafinge beände. Die ganzi Rächnig vom Dr. Bracher vom 30.7.52 hett damals Fr. 75.60 gmacht. - Im ‘59 hett’s e Vergliech gäh mit em Herr Dr. Nägeli, Diräktor vo dr Papieri. Choschtepunkt Fr. 265.85!

Es isch denn immer wieder passiert, dass dr Aemmeschnägg hett müesse Anwäut bemüehe um usem Schlamassu use z’cho. Dr letschti, aber ou dr lengschti Prozäss yr Gschicht vom Aemmeschnägg hett im Johr 1981 dr Afang gnoh! Dr damalig Obernarr isch no keis Johr im Amt gsy, wo me dr abträtendi Kreiskommandant Adolf Ochsebein z’hert apackt hett. Zäme mit sym Busefründ, em Dr.jur. Max Reber, hett är e Prozäss azettlet wo de nach vier Johr ymene Vergliech gändet hett. - Das sy haut de d’Schattesyte, wo so ne Fasnachtszytig plötzlich cha gäh, aber was söu’s, s’isch gliech luschtig gsy!

Im Johr 1972 hett dr Aemmeschnägg sys 25-jährige Jubiläum dermasse gfieret, dass er offebar no es Johr schpöter im Koma gläge isch. Denn die 26. Usgab vor Zytig hett no immer 25. Johrgang gheisse. Dä Fähler hett sich bis ys Johr 1981 hartnäckig durezoge. Erscht im 1982 hani dä Irrtum bemerkt und denn sofort s’Rad vo dr Zyt vüredrähit und e 35. Usgab vom Aemmeschnägg gmacht.

Wie bereits erwähnt, erschient das Tierli "Ämmeschnägg" s’erscht Mou im 1948! Dr Ämmeschnägg (auso nit Zytig allei) isch zum Wahrzeiche, zum Symbol vo dr Biberister Dorffasnacht worde. Dr Aemmeschnägg hett mit de Johre ou e Wandel mitgmacht. Sys Äussrere hett sich mit de Johre gänderet. Dir gseht’s y de Fotoaubum, wie ner früeher usgseh hett. Dr Vorgänger vom jetzige Schnägg isch us Gips gmacht gsy. Vier Maa hei mit letschter Chraft dä schwär Schnägg grad ufene Brüggiwage chönne lüpfe. Dr Seckelmeischter, Roli Kohler, hett scho lang Schiss gha, wüu er gmeint hett, die Rüggeschäde chäme de d’Fasnachtskasse z’tüür!

Drum hett me de im Dezämer 1985 e neue Aemmeschnägg afo mache. Bym Kohler Roli, wo denn no z’Lohn gwohnt isch, hett im gwölte Chäuer unge e Schnägg us Lehm afo modelliere. Y hami glattewäg im Buechibärg verfahre, woni Rapperswil by Messe gsuecht ha, um dä Lätt y dr Ziegelei dört z’choufe. - Das Lätt-Modäll hett trotz übergrosse Ventilatore, Heizkörper, etc, nid und nid wöue trochne. - Wo er afang e chly atrochnet isch gsy, dr Lätt, hett dr Schläfli Aubi das Lättmodäu afo y-polieschtere. S’hett tagelang eländ gschtunke by Kohlers y dr Wohnig. Dr Roli hett dr Lätt usem Polyeschter useknüblet. S’Lotti hett denn uf em Chuchitisch em Schnägg dr hüttig Aschtrich verpasst. - Es wär no z’erwähne, dass d’Bluemschtöck, wo s’Lotti im Chäuer ygwinteret hett gha, im Früehlig grad wie nach emene Chemie-Unfau usgseh hei und z’Tod gschtorbe sy gsy!

Lang hett dr Biberister Dorffasnacht so öppis gfählt wie dr Böög verbrönne! Und wie heisst’s so schön, wer sucht der findet! Was isch nöcher gläge, aus für e Ämmeschnägg e Herbärg z’sueche, wo ner sich vo de närrische Täg cha erhole. So isch die erschti Ungerkunft bym David Robert gsy. Dr David Robert sel. isch dr Vater vom jetzige Gärtnermeischter, David Robi oder dr Grossvatter vo üsem amtierende Obernarr Koni David und natürlich ou dr Grossvatter vom Chilbi- und Hilarichef, Cesi David! Der erscht Herbergsvater hett sys Amt im Johr 1959 übernoh! - Denn hett dr Aemmeschnägg bis 1992 immer nume Vätter gha, bis ihm de ändlich ou e Muetter gönnt worde isch. Die erschti Herbergsmuetter und bis jetz’ die einzigi isch s’Strausak Barbara.

Im Johr 1967, am 23. Novämber hei sich d’Herbärgsväter gfunge und e eigeni Zunft gründet. Yg zitiere us em Protokoll vom Narrenbott vom 23.11.67: Trakt. 2 Architekt Hugo Gygax eröffnet den Anwesenden, dass die Schnäggenzunft gleichentags gegründet worden ist. Mitglieder dieser Zunft werden nur positiv zur Fasnacht eingestellte Personen, insbesondere Herbergsväter und zukünftige Herbergsväter. Zitat Ende. Der erschte Zunftmeischter isch denn ou dr Gygax Hugo gsy. Damals hett die Zunft auso no "Schnägge-Zunft" gheisse und nit "Biber-Zunft". Imene Protokoll vom 14. Mai 1969 isch denn auerdings z’läse, Zitat: Die Gründung der "Schnägge - Zunft Biberist" ist voranzutreiben. In sie sollen alle verdienten Förderer und Mitarbeiter aufgenommen werden. Zitat Ende. - Dir gseht, d’Verwirrig isch gross. Uf ere Yladig vom 1. Nov. 1969 zum Narrebott erschient auerdings denn s’erscht Mal dr Name "Biber-Zunft", wo hütt üsi Herbergsmüetter und -Vätter vereinigt sy! Erscht im Jänner 1971 isch denn die hüttige "Schnägge-Zunft" gründet worde. Dr erschti Zunftmeischter isch gsy dr Schreier Josef (5 Joohr), Hug Manfred (15 Joohr), Jäggi Marcel bis heute (4 Joohr).

Näbscht dene zweene Zünft hett’s natürlich ou Fasnachtsgruppene gäh, und zwar bereits vo Afang a. Gwüssi Gruppenäme könnt me hütt no. Y dr Gründerzyt, auso 1945/46 hett s’Gwärb e Gruppe gschtöut. Im wytere hett dr FC, dr Boxklub, dr Männerchor, dr Frohsinn, d’Jungmannschaft und Dorfpolitik e Gruppe gschtöut. Und aus achti Gruppe hett’s Wöschwyber gäh. Es hartnäckigs Sujet, wo trotz Emanzipation bis hütt überläbt het. - Es hett bereits denn e Zirkulationsplan für d’Gruppe gäh, ähnlich wie mene hütt no kennt.

1949 sy by dr Gruppezirkulation d’Tamboure s’erscht Mou aktekundig worde und im Joohr 1952 d’Gruppe Sturmlatärne, ou siebe Zwärgli hett’s gäh. 1954 isch d’Gruppe Nordpol uftouchet, aber ou d’Schnüffle, resp. Centrum-Schnüffler, het’s gäh. Im 1957 sy s’erscht Mou d’Schache-Buure uf em Fahrplan vo de Schnitzubankgruppe ufgfüehrt. 1958 erschiene die Böösi-Müüler und im Johr 1962 isch offebar d’Gruppe „Ventilblöderli“ s’erscht Mou ufträte. Das bestätiget, dass d’Guggemusig „Ventilblöterler“ die öutischti Gruppe vo dr Dorffasnacht Biberist ischt. Härzlichi Gratulation und machet wyter so! - Es würd ys uferlose füehre, wenn ig für die nöchschte driessg Johr au die verschiedene Gruppe no würd ufzöue. Syt mir auso bitte nid böös, wenn ig grad Eue Gruppename nid erwähnt ha.

S’kopiere vo de Schnitzubänk het johrelang d’Gmeind Biberist gmacht. Es isch mer aber no e Rächnig vom Heinz Lehmann y d’Finger gloffe:
Rechnung für die Fasnachtsgesellschaft Biberist.
Vervielfältigen von 12’000 Blatt Schnitzelbänken
inkl. Druckerschwärze, inkl. 12 Matrizzen =
Fr. 100.--
In diesem Betrag ist noch die Reparatur der Vervielfältigungsmaschine inbegriffen. Durch die Ueberbeanspruchung hat es ein Walzenlager herausgerissen, was von einem Mechaniker behoben werden musste (Kostenpunkt Fr. 15.--)
Biberist, den 13. Februar 1958 H. Lehmann


Natürlich hett Dorffasnacht Biberischt ou Statute, die erschte stamme us em Johr 1952, die letschte us em Johr 1980. - Wie mir ghört hei, isch die erschti GV, resp. Schlussitzig vo dr Dorffasnacht am 21. Mai 1946 gsy. Schpöter isch denn dr Hilari, auso dr 13. Jänner d’Houptversammlig gsy. Dr 13. Jänner hett sich aber mit dr Zyt zumene gsellige Alass entwicklet und Dir aui kennet die hüttigi Form vom Hilaritag. Y de Afäng isch dr Hilari düre Dr. Hans Bracher gleitet worde. Zwee bekannti Bütteredner hei mit ihr’ne schprützige Rede dr Hilari verschöneret. S’einte isch der Jupeidi und jupeida Bannwart Aschi gsy und dr zwöiti dr Iseli Ruedi. - Bis 1972 hett s’Narrebott jeweils im Oktober / Novämber schtattgfunge. Erscht ab 1974 findet’s regumässig im 2. Quartal vom Joohr schtatt, meischtens im Wonnemonat Mai.

Dr Präsidiumsposchte vo dr Dorffasnacht Biberist isch immer dürne sogenannte Obernarr bekleidet worde. - Y dene 50 Johr Dorffasnacht Biberist het d’Fasnacht 5 Obernarre verbruucht und eine afange es bitzeli abruucht.

1945 - 1968 Willi Begert 23 Jahre
1968 - 1972 Otto Röthlisberger 4 Jahre
1972 - 1978 Marcel Jäggi 6 Jahre
1978 - 1980 Jürg Bätscher 2 Jahre
1980 - 1992 Werner Jäggi 12 Jahre
1992 - heute Koni David 3 Jahre bis heute

Dr Koni wird de no dr gschäftlich Teil vom hüttige Narrebott zelebriere. Aber zerscht no e interessanti Rangliste vo 1963. Wahrschienlich isch es drum gange, wär die schönschti Maske isch gsy, resp. bouet hett. Uf dere Rangliste erschiene verschiedeni Näme, wo nit ganz unbekannt sy. Do git’s im 1. Rang e Heri Cäsar - 8 ½ Jahre, im 12. Rang dr Giot Othmar - 11 Jahre, im 15. Rang dr Schläfli Albert - 11 Jahre und im 20. Rang dr Knörr Mario - 13 Jahre. Dä dritt-letschti Rang hett sich überhoupt nit nachteilig uf e Mario usgwürkt, hett är’s doch bis zum Chef vo de Väntilblöterler brocht!

Dorffasnacht Biberist hett immer gärn jubiliert. My gseht’s scho em Plakat us em Johr 1956 a: JUPPI-LÄUM 10 Jahre Dorffasnacht Biberist. Kei Angscht, dr Verein isch 1945 gründet worde, 1956 hett me die zähti Fasnacht gfieret!

Zum Alass vom 15-jährige Beschtoh, hett Dorffasnacht Biberist 1960 e Aemmeschnägg us Kunststei lo giesse durch d’Firma Hasler. Dä Schnägg hett me dr Gmeind gschänkt und schtoht im Chindergarte a dr Schacheschtrooss. - My hett ou es Trämli, e sogenannte Sommer-Anhängewagen, vo de Basler Verkehrsbetriebe mit emene Tiefgänger vo dr von Roll uf Biberist transportiert. Ymene Schriebe vo de Basler Verkehrs-Betriebe vom 13. Dez. 1960 lies’ ig doh unger angerem: Damit Sie sich über die Masse und das Gewicht etc. eines solchen Fahrzeuges ein Bild machen können, übermitteln wir Ihnen in der Beilage eine Typenskizze dieser Wagen. - Y däm Beschrieb isch de z’läse, dass dä Sommerwage 8m läng, 2m breit und 3m höch isch gsy. S’Tara-Gwicht vom Wage isch 4 Tonne gsy, s’Gwicht pro Fahrgascht 121 kg! - Däm Trämli sy Beschtimmigsort isch dr Robinson-Schpüuplatz im Giriz gsy.

Interessant isch ou es Protokoll vom 31. Okt. 1969. Dr Narreschryber vo damals, dr Willi Wälchli, schriebt folgendes, ig tue grad zitiere: Für das 25-jährige Jubiläum der Dorffasnacht ist als Sonderaktion die Schaffung eines Aemmesteis mit plastischer Schnecke vorgesehen. Inzwischen konnte wohl kein so grosser Aemmestei, wohl aber ein Findling aus dem Hessigkoferwald herbeigeschafft werden und bei Kurt von Burg deponiert werden. Er will ein Gipsmodell vorbereiten, das naturalistisch unser Wappentier auf dem Stein zeigen soll. Bei diesem Entwurf wurde an einen Metallgus gedacht, wobei Firmen in Burgdorf, Oberburg oder Drendingen in Frage kämen. Willi Ast regt an, eine Schnecke aus 6 mm Stahlblech herauszubrennen, was er selber besorgen und was wesentlich billiger käme. Ast Willi wird versuchen, auf den 10. Nov. ein kleines Modell herzustellen. An diesem Datum soll die Kunstkommission, das Ammannamt und der Bauverwalter bei von Burg das Gipsmodell besichtigen. Wir tendieren auf den Standplatz beim Coop-Center, links oder rechts von der Strasse (also Standort des letzt jährigen Pyramidenbaus oder Parkanlage Coop-Center). Zitat Ende.

Na ja, s’Johr 1970 isch cho. Dr Aemmeschnägg-Stei aber nit! Aber wie heisst’s doch so schön: Was lange währt, wird endlich gut! Hüür, im Jubiläumsjohr vo 50 Johr Dorffasnacht Biberist, hei mir ändlich dä lang ersehnti Aemmschnägg-Stei übercho, wo am hüürige Fasnachts-Sunntig ymene würdige Rahme ygweiht worde isch!

Sicher gäb’s no mäng’s z’verzöue. Yg weiss die Ehr z’schetze, dass ig Euch us de Afäng vo dr Dorffasnacht Biberist ha dörfe verzöue. Es isch für my interessant gsy, y dene aute Fasnachts-Akte umezblettere. Y dene 50 Johr Dorrfasnacht isch e Bitz Dorfgschicht gmacht und gschriebe worde. Ig hoffe, Dir heiget n’ech nid nume glängwielet und doch s’eint oder angere chönne mitnäh.

D’Zuekunft vo dr Fasnacht in Biberist liegt y Eune Häng. Es hett y de letschte füfzg Johr immer Höch und Teuf gäh im Verein. Dir aui heit bereits bewiese, dass me gmeinsam ou herteri Zyte und unverhoffti Problem cha bravourös löse. So gseh, hani kei Angscht für die nöchschte 50 Johr vo dr Dorffasnacht Biberist. Y danke Euch aune für Eure unermüedlich Ysatz zum Wohl vo dr Dorffasnacht und wünsche no es schöns Jubiläumsbott 1995!

5. Mai 1995 / Werner Jäggi

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